Geschichte der Kampfkünste in der Schweiz

Obwohl die Geschichte der Kampfkünste in China und Japan sehr weit zurückgeht, sind diese in der Schweiz erst seit knapp 90 Jahren bekannt.

Die erste Kampfkunstschule in der Schweiz wurde 1929 in Zürich gegründet. Es war eine Jiu-Jitsu-Schule. Diese Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung, die mit dem Judo verwandt ist, stammt von den japanischen Samurai.

1940 wurde das Judo erstmals populär, das sowohl Sport als auch Lebensphilosophie ist und das stoische Hinnehmen von Sieg und Niederlage lehrt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden In den fünfziger Jahren durch asiatische Emigranten zahlreiche Kampfkunststile importiert. Die japanische Selbstverteidigungskunst Aikido wurde besonders populär. Viele Meister kapselten aber ihre Schüler von allen anderen Kampfkunststilen ab und behaupteten, dass die ihre die einzig wahre Kunst sei. Diese Haltung erzeugte Missmut bei den freiheitsliebenden Europäern und Amerikanern.

In den siebziger Jahren machten die Filme mit Bruce Lee das chinesische Kung-Fu in der ganzen Welt bekannt und beliebt. “Karate Kid” erwies in den achtziger Jahren dem japanischen Karate denselben Dienst. Bruce Lee wandte sich immer mehr von der Philosophie ab, die den Kung-Fu und andere Kampfkünste untermauert, und legte mehr Wert darauf, die Kampfstile zu einem sportlichen Wettkampf mit einheitlichen Regeln zu entwickeln.

Der hieraus resultierende Verlust der geistigen Überlieferung wurde von den alten Meistern fast ausschließlich skeptisch betrachtet, kritisiert und abgelehnt. Dennoch begann hiermit eine Abspaltung und die Kampfsportart, die man von nun an Kickboxen nannte, entstand. Diese ist ein Hybrid aus Taekwondo, Karate und Kung-Fu. Dieser moderne Wettkampfsport fördert neben hohen technischen Kenntnissen, taktischer Intelligenz und guter Kondition auch hohe moralische Werte, gute Beweglichkeit und einen starken Willen.

Im Gegensatz zu den oben erwähnten Kampfkünsten, die sich zu Kampfsportarten entwickelten, interessieren sich seit den neunziger Jahren auch immer mehr Menschen für vorwiegend philosophische Stile, wie TaiChi und QiGong, bei denen Meditation, Atemübungen, Entspannung, innere Ruhe, Gleichgewicht und Energiefluss eine große Rolle spielen.