Der Nutzen von Kampfsportarten

Kampfsportarten haben in Deutschland noch immer unter großen Vorurteilen zu leiden. Für viele ist der Kampf, gerade im Bereich der Mixed-Martial-Arts, eine blutige und unnötige Freizeitbeschäftigung für testosterongesteuerte Männer. Doch für die Sportler selbst, ist der Sport oft mehr als nur Gewalt, wie auch für Nasrat Haqparast Martial Arts, dessen Geschichte jetzt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) beleuchtet wird. Für ihn ist der Kampfsport eine Befreiung aus einem Leben, welches für ihn keine Zukunft bereitgehalten hätte. Kritiker sehen in diesem Sport dagegen einen Rückfall in römische Zeiten. Doch warum eigentlich?

Der Vergleich mit dem Kolosseum

Für Außenstehende wirkt der körperbetonte Kampfsport oft wie eine blutrünstige Schlägerei, bei der sich junge Männer zur Belustigung der Massen die Schädel einschlagen. Dabei sind vor allem die Martial Arts oder Karate Sportarten, die von Athleten maximale Leistungen einfordern. Nicht nur müssen sie physisch extrem fit sein, sondern auch geistig stets dem Geschehen folgen können. Oft gehen die Kämpfer während der wilden Schlagabtausche Strategien und Taktiken durch, ohne dabei körperlich nachzulassen. Davon profitieren Kampfsportler auch im Alltag, wie Studien herausgefunden haben. So sind die Kämpfer ausgeglichener und können sich auch in stressigen Situationen deutlich besser konzentrieren.

Nicht nur der Körper wird trainiert

Generell ist der Kampfsport keine Beschäftigung, in der Einzelkämpfer antreten. Es geht immer wieder auch um ein konstruktives Miteinander unter den Kämpfern. Teamwork hat einen hohen Stellenwert, bei allen Kampfarten. Zudem lernen Sportler hier nachhaltige Werte kennen, wie Respekt vor Anderen, Disziplin und Fairplay. Begegnen sich Kämpfer auf der Matte oder im Ring, sind sie zudem alle gleich. Soziale Stellungen spielen keine Rolle mehr, sondern nur die eigenen Leistungen. Es ist also egal, ob sich eine Reinigungskraft und ein Geschäftsführer gegenüberstehen. In kaum einer anderen Sportart gibt es solche Begegnungen, die die Grundlage sind, für einen allgemeinen Respekt allen Menschen gegenüber. Und es sind diese Chancen, die Nasrat Haqparast einen Ausbruch erlaubten, der ansonsten unmöglich gewesen wäre.